Mittwoch, 12. März 2014

Magic Carpet Ride

... so hieß meine Abschlußkollektion an der Modeschule.
Vom Teppich zu Chaps, zum Mantel, zum Kleid:
Magic Carpet Ride,  © Foto: Jan Bürgermeister
Das war 1996. Seitdem begegnet mir diese Transformation in schöner Regelmäßigkeit.
So stöckelte selbst unser alltime favourite TV-It-girl SATC-Carrie Bradshaw in einer der ersten Staffeln in einem Teppich-Tiger-Kleid über New Yorks Straßen.

Diesen Winter bin ich sogar zweifach über das Thema gestolpert.
Damit kommen wir auch gleichzeitig zu meiner neuesten Design-Entdeckung: TWINS by Begović & Štimac. Damir Begović und Domagoj Štimac haben mit ihrem Label TWINS bei den Elle Style Awards in ihrem Heimatland Kroatien 2013 den Nachwuchsdesignpreis eingeheimst. Für ihre allererste (!) Kollektion. Die beiden Ex-Studienkollegen sind ein eingeschweißtes Team. Twins im Geiste, aber auch optisch. Für Herbst-Winter 2013/2014 haben sie sich von Marc Twains "Der Prinz und der Bettelknabe" inspirieren lassen. Und jetzt kommen die Teppiche ins Spiel. Beige-braun, floral und leicht shabby. Leuchtend bunt mit Pfau und Hirsch. Arm und Reich nach TWINS'schem Modeverständnis. Kitschige Wandtteppiche, wie man sie immer noch in vielen Häusern auf dem Balkan oder im Orient sieht, wurden zu prachtvollen Bustiers, Hosen, Kleidern und Mänteln umgearbeitet. Alles sehr couturig. Dass Dolce & Gabbana die Vorbilder der beiden Designer sind, sieht man. Und das ist auch gut so. Das blaue Cape mit Pfau habe ich zu meinem persönlichen Liebling erkoren. Ich überlege immer noch, ob das Teil in meinen Kleiderschrank muß.
Übrigens selbst unsere kroatische Afrika-Paprika-ESC-Queen Severina liebt die Kollektion der beiden Jungs. Severina im Teppichmantelkleid on stage.
Ajde! Ajde!
Nur eins: Die Näherinnen beneide ich definitiv nicht. Zwei permanent verrutschende Teppichteile nahttechnisch verbinden zu wollen ist -einfach gesprochen- HÖLLE!
Mein persönliches Näh-Trauma...
Lookbook "THE PRINCE AND THE PAUPER", TWINS by Begović & Štimac
Lookbook "THE PRINCE AND THE PAUPER", TWINS by Begović & Štimac
Von Zagreb ins Londoner East End. Das Homeware-Label House of Hackney hat sich diesen Winter dem Perserteppich verschrieben. Die Kollektion MEY MEH greift das Muster eines antiken Exemplars auf und ziert als Druck eine riesige Produktpalette.
Das reicht vom Paravent über Lampenschirme bis hin zum langen Bodycon-Kleid und einem Sweat-Zweiteiler. Wunderschön! Aber wieso auch Kleidung? Seit das britische Interiordesign-Haus
2012 für den New Yorker Kultstore Opening Ceremony seine erste Modekollektion entworfen hat, sind die Londoner wohl auf den Geschmack gekommen.
© House of Hackney
Vielleicht sollte ich mich auch an eine Fortsetzung wagen. Magic Carpert Ride reloaded...
Leider fliegt Maike Winnemuth nicht mehr für das SZ-Magazin um die Welt und erledigt Leseraufträge. Sonst hätte ich sie in den Irak geschickt. Nach Erbil. Im dortigen Souk hätte sie für mich shoppen müssen bis zum Umfallen. Bei dem Teppichhändler hier...
Magic Carpet Ride, © Foto: privat

Samstag, 8. März 2014

Happy Weltfrauentag allen Ladies!

... wünscht auch Ulyana Sergeenko und ihr Team mit dieser wunderschönen Grafik:
Ulyana Sergeenko via Facebook

Freitag, 7. März 2014

Schicken wir MarieMarie nach Kopenhagen!

© Facebook MarieMarie
Der Sinn einer Vorgruppe hat sich mir noch nie so ganz erschlossen. Soll diese doch das Publikum für den Headliner anheizen. Funktioniert nur nicht, wenn zwischen Vorband und Hauptact eine dreiviertel Stunde ermüdender Bühnenumbau klaffen.
Außerdem wundere ich mich immer wieder, wen das Management so zusammenwürfelt, sollten beide Acts doch zumindest die gleiche Musikrichtung bedienen. Und zu guter Letzt steht man sich durch das Vorprogramm 90 Minuten zusätzlich die Beine in den Bauch.
Beim Bryan Ferry-Konzert letzten Juli auf dem Münchner Tollwood war alles anders.
Nix Beine in den Bauch, es war bestuhlt. Erwartet wurde Mister Ferry mit seinem 20er-Jahre Orchester, sprich es sollte etwas gediegener werden. Dann kam MarieMarie. Habt Ihr noch die Frisur der Sängerin der 80er-Band Thompson Twins vor dem geistigen Auge? Die hochtoupierten Locken mit dem seitlichen Undercut? Mit Harfe im Arm und zwei Musikern an ihrer Seite legte Thompson-"Sister"-Look-alike MarieMarie los.
Es dauerte gefühlt 10 Sekunden und die drei hatten das Publikum auf ihrer Seite.
Kein Anstandsapplaus, die Leute waren restlos begeistert. Ich eingeschlossen. Die Musik: Sehr speziell, aber trotzdem sofort eingängig. 80er angehauchter Elektro-Pop trifft Sally Oldfield. "Cotton Candy Hurricane" blieb mir sofort im Ohr. Auch noch Tage nach dem Konzert. Einem Bryan Ferry-Konzert wohlgemerkt. Nichts gegen Bryan. Er war klasse, seine Band nicht weniger, aber der eigentliche Knaller war MarieMarie.
Dass "Cotton Candy Hurricane" Hitpotential hat, blieb auch den Machern des diesjährigen ESC-Vorentscheids nicht verborgen. Und so ist MarieMarie nächsten Donnerstag dabei. Sogar noch mit einem zweiten Song, der Ballade "Candy Jar".
Auch sehr schön, aber "Cotton Candy Hurricane" hat ähnliches Ohrwurm-Mitwipp-Potential wie Lenas "Satellite". Und das wären ja schonmal beste Voraussetzungen für Kopenhagen.
Also biiiiitte, ruft am 13. März fleißig an und schickt diese talentierte Lady zum Finale nach Dänemark!
Und wir, also wir Augsburger und da zähle ich jetzt die Friedberger natürlich mit dazu, müssen schon rein aus Lokalpatriotismus zum Hörer greifen, war die Sängerin doch bis vor kurzem eine Hiesige...

Donnerstag, 6. März 2014

Kreiert Euch Eure eigene Matrjoschka!

Das darf ich hier natürlich niemandem vorenthalten:
ein DIY-Matrjoschka-Kit von ASOS bestehend aus 5 Holzpüppchen, Pinseln und Farben. Krasiva!
© ASOS

Mittwoch, 26. Februar 2014

Deerberg hat die passende "Olympiahose"

© Deerberg
Liebes Bogner-Design-Team, so hätte der Blümchendruck aussehen müssen.
Dann hätte die Hose hervorragend zu Eurem Streifenmuster gepaßt...

Freitag, 21. Februar 2014

Folklore für die Füße

Wenn ich doch nur auf solchen Teilen laufen könnte. Die Angst vor Bänderriss-durch-Umknickmanöver würde mich jedoch auf Schritt und Tritt verfolgen.
Aber schee san's scho...
© ASOS

Montag, 17. Februar 2014

New York Fashionweek 2014/2015 ~ Vivienne Tam liegt vorn

Meine Lieblingskollektion kann ich zum Ende der jeweiligen Fashionweek ganz leicht ausfindig machen. Ich muß nur gucken, von welchem Designer ich die meisten Bildchen in den neu angelegten Explorer-Saison-Ordner geschoben habe. Führend momentan: Vivienne Tam.
Die New Yorker Modewoche ist ansich nicht so meins. Wie auch die Berliner. Richtig Neues ist selten zu sehen. Es fehlt die Kreativität. Oder zumindest die Traute. Auch diese New Yorker Fashion Week für kommenden Herbst-Winter war für meinen Geschmack recht mau. An Ideen.
Tragbar halt, aber will ich Tragbares auf einem High Fashion-Catwalk sehen? Eher nicht.
Außer, ja außer das Ganze trifft total meinen Nerv. Das klappt entweder mit allem Romantisch-Folkloristischen. Oder mit einer Hommage an die modischen Endsiebziger, die ja insich eine Reminiszenz der Vierziger sind. Bei Midiröcken, Schluppenblusen, Capes, Blockabsätzen und Pelzkrägen werde ich schwach.
Insofern hat Vivienne Tam alles richtig gemacht. Nappallederröcke in oxblood, Midilänge und A-Linie. Taillenhoch und mit Kellerfalte. Pelzschals. Rollis. Wunderschöne, weich fließende Overalls mit Volants und weiten Hosenbeinen.
Wandmalereien der chinesischen Mogao-Grotten lieferten die Inspiration für die Seidendrucke der Blusen und die Muster der Häkelspitzen und Klöppeleien.
Die 70ies-Silhouetten harmonieren perfekt mit den vielen Spitzenornamenten.
Gehäkelte Zweiteiler waren schließlich vor 35 Jahren auch schonmal le dernier cri.

Sonntag, 16. Februar 2014

Indila "Dernière dance" ~ Balsam für die Ohren

Normalerweise nervt es mich auf youtube gewaltig, wenn ich erstmal ein 20 sekündiges Werbefilmchen über mich ergehen lassen muß, bevor ich meinen eigentlichen Video-Wunsch zu Gesicht bekomme. Gnädigerweise darf man ab und zu schon nach 5 Sekunden zum Wunschfilm wechseln.
Ich wollte also gerade -wie in solch einem Glücksfall üblich- auf "Überspringen" drücken, da hielt mich etwas zurück: die ersten Töne einer sehr besonderen Stimme und die ersten Klänge eines sehr außergewöhnlichen Songs: Indilas "Dernière Danse". Die 24-jährige Französin mit algerisch-kambodschanischen Wurzeln war bisher im R'n'B-Bereich unterwegs.
Doch "Derniére Dance" ist eindeutig Pop: ein wunderschön melancholisches Chanson. Ein bißchen retro. Etwas Pathos. Eine Prise Exotik Dank Indilas arabisch angehauchter Klangfarbe.
Was für eine Entdeckung! Danke, youtube! ;)


Freitag, 7. Februar 2014

BRECHT NACKTREVUE am 7., 8. und 9. Februar 2014 im City Club Augsburg


Wenn die erotischen Jugendgedichte von Bert Brecht quasi zum Leben erweckt werden, dürfte das heiter werden. Obszön und derb sicherlich auch.
Bluespot Productions, die Künstler-Truppe rund um Christina Maria Pichler lädt zur BRECHT NACKTREVUE in den City Club Augsburg:


"Wir befinden uns im Augsburg der 20er Jahre. Zigarrenrauch, leise Pianoklänge, eine Garderobe voller schöner Mädchen, Strapse blitzen hervor, nackte Tänzerinnen räkeln sich hinter Milchglas, Orangenmädchen verkaufen Absinth, und eine erfahrene Fohse (Brechts Kunstwort für Fotze) erteilt  ihren jungen Kolleginnen Ratschläge über die Verführung von Männern und Engeln. Tänzerinnen versuchen ihre verderbte Unschuld rein zu waschen, während ein junges Mädchen die ihre im Showbusiness der 20er Jahre verliert. Damen sinnieren über den durchschnittlichen Beischlaf, während ein Stummfilm die Keuschheitsballade in Dur singt. Und mittendrin: zwei engumschlungene Menschen, die ihre Körper aneinander pressen möchten, aber nicht wissen wie. ..."
(aus der offiziellen Programmbeschreibung)
Wer für eine der regulären Vorstellungen am Freitag und Samstag keine Karten mehr bekommen hat, darf sich freuen: Es wurde für Sonntag 18 Uhr noch eine Zusatzvorstellung anberaumt.
Ich bin ja wirklich gespannt wie ein Flitzebogen. Nach der befremdlichen Atmosphäre beim literarischen 20er Jahre Tanztee in der Haag-Villa letzten Sonntag, bin ich versucht, meine Erwartungen ganz nach unten zu schrauben. Aber Dank des göttlichen Flyer-Designs von Nontira Kigle und der schönen Fotos von SCISSABOB bin ich schonmal leise optimistisch...

Sonntag, 2. Februar 2014

Pantoffeldiva & Schürzenliesl ~ Trachtenstyle für dahoam und dadraußn

Vor dem Ausflug zu Susanne Bisovsky in die österreichische Hauptstadt machen wir noch einen kurzen Abstecher in heimische Gefilde. In die Oberpfalz. Zu Filzpantoffeln mit Edelweiß und Dirndlschürzen mit Bambis. Hinter den Marken Pantoffeldiva und Schürzenliesl verbirgt sich ein und dasselbe kreative Mastermind: Jeannette Hamleh.
I
m Schwabenländle aufgewachsen, wohnt und arbeitet die Designerin und Unternehmerin seit einigen Jahren im oberpfälzischen Bodenwöhr. Die Mutter zweier Söhne war als gelernte Schneiderin und studierte Modedesignerin zuerst an der Staatsoper in München beschäftigt und später im Design einer bekannten Kindermodenfirma tätig. Aber immer nur Handlanger für andere sein? Tolle Entwürfe raushauen, doch die Lorbeeren erntet die vorgesetzte Chefdesignerin? Nö! Eigene Ideen verwirklichen, ihr eigener Chef sein! Das war immer schon Jeannettes Traum. Was vor einigen Jahren mit allerlei verzierten Filzpantoffeln begann, ist mittlerweile zu einem kleinen Trachten-Accessoires-Imperium gewachsen.
Da wären die besagten Dirndlschürzen mir herrlich kitschigen Fotodruckmotiven und wahlweise aufgehübscht mit dicken Fuchsschwänzen. Damit die hohen Hacken beim Wiesenbesuch mal zuhause bleiben können, hat die "Pantoffeldiva" nun auch das passende Schuhwerk für die Ladies im Angebot. Da gibt es zum einen Chucks in diversen Farben und Ausführungen sowie -mein favourite- handgefertige Folklore-Stiefel aus Velour made in Turkey. Ob bunt bestickt oder Ton-in-Ton in wunderschönen Herbstfarben.
Perfekt zum Dirndl. Bayern-Balkan-Crossover. Sozusagen Brassbanda zum Anziehen...
Klassischer aber nicht minder schön ist Jeannettes neuester Coup. Edle Ballerinas aus hochwertigem Kalbsleder. Mit alpinem Nostalgie-Medaillon auf der Schuhspitze und gedrucktem Hirschkopf an der Ferse. Wenn die kein Verkaufshit werden, weiß ich auch nicht. Bin gespannt, mit was uns die "Pantoffeldiva" bzw. "Schürzenliesl" die nächsten Jahre noch so überrascht! Zu erwerben ist die gesamte Kollektion im hauseigenen Online-Shop und bei ausgewählten Händlern.